Posts mit dem Label Urlaub werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Urlaub werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. August 2010

Ho Chi Minh City - 8 Mio Menschen und 10 Mio Motorroller








































Hallo liebe Leser,

nun werden wir also über unsere letzten beiden Tage hier in Ho Chi Minh City berichten.

Am ersten Tag haben wir, nach einem ausgiebigen Suppenfrühstück hier von der Straße, die Walking Tour ausprobiert, die der Lonely Planet vorschlägt. Unter anderem hat uns die Tour auch zur Notre Dame Kirche und zum alten Postamt geführt, die beide sehr beeindruckend sind. Die Tour haben wir dann im 23. Stock des Sheraton Hotels in der 360 Grad Bar beendet, wo Stefan noch einmal schöne Fotos von Saigon von oben machen konnte. Leider entsprachen die Preise der Bar nicht unserem Budget und so haben wir es vorgezogen, uns nach dem Schießen der Fotos lieber wieder in die Straßen zuruckzuziehen... :-)

Gegen 18.00 Uhr haben wir den unfassbar quierligen Verkehr hier bewundern dürfen. Echt irre, dass das hier fast ohne Unfälle über die Bühne geht. Wir haben jedenfalls in unseren drei Wochen hier nur einen Unfall gesehen und eigentlich würde man viel mehr davon erwarten...

Am Abend wurden wir dann von Céderic abgeholt: er und Tram hatten uns zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen. Das war super lecker und sehr unterhaltsam. Die beiden wohnen mit drei weiteren Franzosen in einem riesigen Haus, in dem jedes Zimmer sein eigenes Bad hat. Dazu haben sie noch zwei Dachterassen, in jedem Raum eine Klimaanlage und sechs Tage in der Woche für drei Stunden täglich eine Haushaltshilfe. Wahnsinn, oder? Aber die Franzosen bekommen ja auch alle westliche Gehälter hier, da kann man sich das schon sehr gut leisten. Das Essen war wunderbar: eine Mischung aus vietnamesischen Eigenkreationen von Tram und französischen Eigenkreationen von Céderic. Insgesamt drei Gänge und danach viel das Laufen nach Hause wirklich schon ein bisschen schwer... :-)

Gestern dann haben wir uns das War Remnants Museum angesehen, das die Geschichte des Vietnamkriegs aufarbeitet. Der größte Teil des Museums besteht aus Bildern, die einerseits Kriegsgeschehen dokumentieren, andererseits aber auch die Folgen der Agent Orange Angriffe zeigen. Viele der Kinder, die nach dem Krieg geboren wurden, sind sehr schwer behindert. Die Deutschen, die wir hier auf unserer Mekong-Delta-Tour getroffen haben und die gerade ein Praktikum hier in einem Krankenhaus machen, sagen, dass immer noch erschreckend viele Babys mit für Agent Orange typischen Behinderungen geboren werden. Die Bilder sind sehr bewegend. Noch dazu sind an den Wänden Teile der amerikanischen Verfassung abgebildet, die ja das komplette Gegenteil davon sagt, was sich die Amerikaner im Vietnamkrieg geleistet haben. In einer der vielen Ausstellungen zu verschiedenen Unterthemen wird geschildert, dass viele der amerikanischen und russischen Veteranen auch selbst Schaden davongetragen haben. Auch ihre Kinder wurden mit teilweise gravierenden Behinderungen geboren. Die Veteranen selbst litten vielfach unter Krebs oder auch Nervenleiden. Insgesamt war der Besuch im Museum sehr bewegend. Die Ausmaße des Krieges waren uns vorher gar nicht so sehr bewusst. Viele Familien wurden einfach so hingerichtet. Besonders in Erinnerung geblieben ist Nina ein Bild, das eine Frau mit ihren vier Kindern zeigt, wie sie gerade einen Fluss durchwaten, um vor den amerikanischen Bomben zu fliehen. Für dieses Bild hat der Fotograf den Pulitzerpreis gewonnen und ist danach mit einem Abzug des Bildes zurück nach Vietnam gefahren, um das Bild der Familie, die den Krieg tatsächlich überlebt hat, zu überreichen. Auch von dieser Übergabe findet man ein Bild im Museum. Auch sind die Folterinstrumente und die "Tigerkäfige", die etwa so groß sind wie Särge und auch genauso wie diese in den Boden eingelassen waren und in denen die vietnamesischen Gefangenen gehalten wurden, ausgestellt. Es war ganz schön beklemmend, sich diese Zeitzeugen anzusehen, die durch Bildinstallationen erst ihren wahren Schrecken erahnen ließen.

Nach dem Museum sind wir zum Nachtmarkt gelaufen, für den extra eine ganze Straße gesperrt wird, jeden Abend von sechs bis morgens um zwei. Auf dem Markt haben wir viele schöne Dinge gekauft und Stefan hat sich als wahrer "Bargaining Master" (Handel-König) erwiesen. Jeder hatte hier seine Rolle: Stefan fand' 'was gut und wollte es haben. Die ersten paar Minuten des Anziehens und Ausprobierens war Nina noch dabei, als Beraterin und als "Chefin", der das alles schon wieder viel zu teuer ist... ;-) Das hat sie mit Gestik und Mimik zum Ausdruck gebracht und zumeist auf Deutsch oder Vietnamesisch klargestellt... Dann, als es zum "harten Handeln" überging, hat sie sich verzogen und ist nur ab und zu noch einmal gucken gekommen, nicht zuletzt, um ihrer wachsenden Ungeduld mit Mimik und Gestik Ausdruck zu verleihen, um den Frauen ein bisschen Druck bei der Verhandlung zu machen. Stefan hat die Frauen dann um den Finger gewickelt und tatsächlich immer den Preis bekommen, den er zahlen wollte! :-) Die Frauen waren am Ende eher weniger glücklich, was gut ist, denn Stefan sagt: "Wenn sie noch lachen, wenn du weggehst, dann hast du definitiv zu viel gezahlt!" Wir waren ein echt gutes Team! :-) Und wenn Nina 'was gut fand, dann hat sie sich kurz um die Größe gekümmert und danach dann wieder ihre Rolle gespielt, abgesehen vom Weggehen, schließlich hatte sie ja hier das letzte Wort beim Preis... ;-) Aber Stefan hat verhandelt...! Eine Frau war sehr hartnäckig und nach ein paar Minuten hat Nina sichtlich die Geduld verloren, der Frau erklärt, dass sie in Deutschland genauso viel für so ein T-Shirt bezahlen würde, das aber in Vietnam sicherlich günstiger sei und dann sind wir einfach gegangen. Nach ein paar Sekunden kam sie uns schon hinterhergerannt... Und bot uns einen niedrigeren Preis an als den, den sie ursprünglich haben wollte, der aber immer noch über dem lag, den wir zahlen wollten. Stefan hat sie gehört, zu Nina nach vorne gerufen, die hat nur den Kopf geschüttelt und ist weitergegangen. Dann haben wir uns an einem anderen Stand Sachen angesehen und plötzlich steht die Frau da mit dem T-Shirt in der Hand und gibt uns unseren gewollten Preis... :-) So geht das also! :-) Das mit dem Hinterherlaufen kannten wir ja schon, aber bisher waren sie nie so hartnäckig und wollten vor allem auch immer ihren Preis, deshalb haben wir nie gekauft... Das war tatsächlich die erste Frau, die uns unseren Preis beim Hinterherlaufen angeboten hat. Zwar erst beim zweiten Versuch, aber immerhin... ;-) Noch ein Sieg auf Stefans Seite! :-)

Wir haben dann ein Taxi zurück zum Hotel genommen, wir waren einfach zu bepackt... ;-) Außerdem tat Ninas entzündeter Fuß weh, aber das zählte nicht... ;-) Eigentlich wollten wir uns noch "Splice" im Kino ansehen, aber das Shoppen und Handeln hat doch zu viel Zeit in Anspruch genommen, sodass es leider schon zu spät war. Stefan ist dann noch 'mal "schnell" losgegangen, um Früchte zu kaufen, in den kleinen Gassen um unser Hotel herum und war ganz überrascht, was er alles für Angebote erhielt, als junger europäischer Mann, der nachts ohne eine Frau unterwegs ist... ;-) Spannend, spannend... Wenn Nina morgens alleine losgezogen ist, um ihre Brötchen zu besorgen, hat sie höchstens 'mal einen Massagezettel in die Hand gedrückt bekommen oder ein Augenzwinkern oder Lächeln aufgeschnappt... :-( Eher langweilig, also... Zurück im Hotel hat Stefan dann schon zum zweiten Mal unserem "Hotel-Vater" dabei geholfen, eine zweitägige Mekong-Delta-Tour an den Mann zu bringen. Genauer gesagt hier an zwei Jungs aus London. Sehr lustig. :-)

Am nächsten Morgen haben wir dann wieder unten gefrühstückt, uns ein bisschen um den Blog gekümmert und danach hat Nina ein bisschen Vietnamesisch gelernt, während Stefan sich um das Finanzielle mit dem Hotel-Vater gekümmert hat... Ihr seht die Rollenverteilung entsprechend der Studienfächer...?! ;-)

Zum Schluss sind wir noch zu einem Supermarkt gegangen, um vietnamesischen Tee zu kaufen. Dann haben wir auf dem Markt eine letzte vietnamesische Reisnudelsuppe gegessen, noch die letzten Schnäppchen auf dem Markt gemacht und sind zurück zum Hotel gefahren, um auf unser Taxi zum Flughafen zu warten.

Wohlwissentlich haben wir ja schon Stefans Gepäckgewicht bei Air Asia (Saigon-Bangkok) von 15 auf 20 kg aufgestockt... Und trotzdem kamen wir noch drüber: knapp 23 kg... Nina hatte von ihren erlaubten 15 kg immerhin 13,9 kg... Das wurde dann zusammengerechnet... Und dann wurde doch tatsächlich sogar das Handgepäck gewogen: sieben kg waren erlaubt, Nina hatte 10 gk... Und Stefan 8 kg... Die Leute vor uns mussten doch tatsächlich zahlen, wir nicht... :-) Was für ein Glück...!!! :-) Bei Emirates war dann eh alles egal, da darf man ja gleich 30 kg haben... Was für ein Glück: die Lady meinte es wirklich gut mit uns! Vielleicht hat das Schaf geholfen, das so niedlich am Rucksack hing und gleich ihre Aufmerksamkeit bekommen hat... Was es letztlich auch war: vielen, vielen Dank, das hätte auch noch 'mal teuer werden können, zum Schluss... :-)

Den Abschlussbericht gibt es dann morgen,
liebe Grüße,
Stefan und Nina!



Freitag, 30. Juli 2010

Hanoi - oder: Wie transportiere ich 5 lebende Schweine auf einem Mopped?!





































Hallo, liebe Leser!

Heute berichten wir also von unseren Tagen in Hanoi.

Vorgestern sind wir hier morgens aus Bangkok angekommen. Die Nacht am Flughafen ging sehr schnell um, weil wir auf den Bänken erstaunlich gut schlafen konnten. Am Flughafen in Hanoi haben wir dann erst versucht, die öffentlichen Busse zu finden, die aber unerreichbar erschienen, weil sie gegenüber des Flughafengeländes stationiert sind und eine große Straße mit Zäunen dazwischen liegt. Nachdem wir weder eine Unterführung noch eine Brücke finden konnten, haben wir schließlich aufgegeben und uns von einem der hartnäckigen Touristeneintreibern zu seinem Minibus führen lassen, in der Hoffnung, dass er uns für knapp 1,50 Euro tatsächlich die ungefähr 50 km zu unserem Hostel im Old Quarter Hanois bringt. Da kann man sich hier nämlich nie so ganz sicher sein... ;-) Viele arbeiten nämlich mit der sogennanten Bus-Hotel-Mafia zusammen und sagen dir dann plötzlich, dass dein Hotel ausgebucht ist und deine Reservierung nichts wert sei und bringen dich zu einem völlig anderen Hotel, von dem sie dafür bezahlt werden, dass sie Touristen anschleppen. Das kennen wir ja aber schon aus Thailand, also treten wir von vornherein hartnäckig und selbstbewusst auf. Außerdem sind noch drei weitere Touristengruppen mitgefahren, was einem eine gewisse Sicherheit gibt, wie wir in Thailand gelernt haben. Wenn nämlich gleich drei/ vier verschiedene Gruppen auf den Busfahrer einreden und sich weigern, auszusteigen, bis sie am gewollten und vorher verabredeten Ort sind, dann macht das mehr Eindruck und vor allem Druck! :-) Jedenfalls hat es das eine Mal in Thailand gewirkt, als es notwendig wurde... ;-) Wie auch immer, der Busfahrer konnte wohl nicht so gutes Englisch, deshalb haben wir dann in der Stadt einen jungen Mann aufgelesen, der dann zwischen uns Touristen und dem Busfahrer vermittelt hat. Scheint wohl so üblich zu sein und hat auch sehr gut geklappt. Jedenfalls hat uns der Busfahrer dann in der Nähe unseres Hotels 'rausgelassen und wir haben uns promt verlaufen... War wohl aber unsere eigene Schuld. Na ja, wir haben schließlich unsere Straße gefunden, aber da war kein Hotel mit dem Namen aus dem Internet mehr. Vor einer Hoteltür saßen aber zwei Vietnamesen und fragten uns, wo wir denn hin wollten. Wir nannten den Namen des Hotels und dann sagten sie, dass das ihr Hotel sei, sie aber den Namen gewechselt hätten... Ja, ja, dachten wir uns, typische Touristenfalle, vor genau dem Wortlaut warnt ja sogar der Lonely Planet!!! Unfassbar! Dann sind sie uns aber hinterhergelaufen und haben auf das wohl alte Schild hoch oben am Hotel gezeigt, wo tatsächlich der im Internet genannte Name stand. Wir dachten dann, ok, wir haben ja reserviert, das heißt, ihr müsstet ja unseren Namen in eurem Buch haben und sind mitgegangen. An der Rezeption wollten sie dann unsere Namen wissen, aber wir haben das Spielchen umgedreht und ihnen gesagt, dass wir lieber in ihr Reservierungsbuch gucken wollten, um zu sehen, ob unsere Namen tatsächlich drin stehen... Und siehe da: da waren sie! :-) Und die Vietnamesen nur: "See, you trust us now? We honest!!! We only buy hotel shortly ago!" (exakter Wortlaut). Dann haben wir uns entschuldigt, aber auch gesagt, dass es auch anndere Vietnamesen gibt, die mit solchen Tricks ihr Geld verdienen und dass man da vorsichtig sein sollte, was sie aber bestimmt eh schon wussten, schließlich warnen sie selbst davor in ihrer eMail, die man nach dem Buchen im Internet von ihnen bekommt... ;-)

Wie auch immer, das neue Hotel heißt "Hanoistay"und das Zimmer ist echt spitze! Sehr groß, geräumig, gemütlich und wunderschön eingerichtet! Mit seperatem, sehr großzügigen Badezimmer und mit eigenem Kühlschrank (mit Minibar!!!) und Fernseher und das alles für ungefähr 5,00 Euro pro Person und Nacht... Ah ja, hatten wir erwähnt, dass Frühstück und WiFi (Internet) inklusive sind? :-) Und mitten im Old Quater, im Herzen der Stadt. Alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß sehr schnell zu erreichen und der berühmte See ist gleich um die nächste Ecke (weniger als 2 Minuten Fußweg). Sehr schön! :-) Das ganze Hotel ist absolut sauber und beim Frühstück darf man sich zwischen traditioneller vietnamesischerFrühstückssuppe und europäischem (in diesem Falle französichen) Brot mit Marmelade, Butter und Ei in der gewünschten Form entscheiden. Sehr lecker! :-)

Nach dem Einchecken haben wir uns dann erst einmal versucht, draußen in dem ganzen Gewirr zu orientieren und haben gleichzeitig, beim Studieren der Einheimischen, gelernt, dass es keinen Zweck hat, zu warten, bis die Straße frei ist, wenn man sie überqueren möchte: Einfach loslaufen. Die Autos und Motorräder weichen schon aus. Hupen tun sie sowieso ohne Unterlass und selbst rote Ampeln werden in kleinen Straßen einfach überfahren. Das Überqueren der Straßen auf diese Weise kostet zwar ein bisschen Überwindung, aber man gewöhnt sich 'dran, sogar als "Landkind"... :-) So ein Gewimmel kann man sich gar nicht vorstellen! Stefan hat ein Video für euch gedreht, damit ihr einen Eindruck bekommen könnt. Im Grunde könnt ihr es euch vorstellen, wie einen Autocorso zur WM, nur den ganzen Tag lang und noch 100 mal wuseliger... Hier ist es noch quirliger und chaotischer als in allen asiatischen Städten, die wir bisher kennen gelernt haben!!! Und wir dachten, nach Bangkok mit seinen vielen Tuk Tuks kann es nicht mehr viel mehr wuseliger und komplizierter werden... ;-) Wir haben dann eine Walking Tour angefangen, die im Lonely Planet vorgeschlagen wird. Absolut interessant! Obwohl Hanoi eine der größten und meistbesuchtesten Städte Vietnams ist, scheint sie, bis auf die Hotels, noch nicht auf Touristen eingestellt zu sein. Die Märkte hier sind absolut für Einheimische gestaltet, das wird ganz deutlich. Also musste man mit Händen und Füßen verhandeln: was für ein Spaß! :-) Alle lächeln einen sehr nett an und grüßen, wenn man an ihren Ständen uns Geschäften vorüber geht. Dabei sind sie aber überhaupt nicht aufdringlich, wie es in Thailand manchmal der Fall war. Irgendwie zurückhalltender. Nur die fliegenden Händler mit Schmuck oder auch Mützen können ein einzelnes Nein nur schwer akzeptieren und verfolgen dich noch ein paar Schritte. Aber selbst das mit einem Lächeln im Gesicht. Überall gibt es kleine Gassen, in denen die Einheimischen in kleinen Küchen, die auf ein Fahrrad passen, Essen kochen. Wir haben sogar ein paar Frauen durch die Straßen ziehen sehen, die einfach alles dabei hatten, sogar kleine Plastikhocker für ihre Gäste. Manche haben sogar noch lebendige Fische dabei, die sie dann ganz frisch zubereiten, sobald sie einen Gast gefunden haben. Andere Frauen haben Körbe dabei, die an einer Stange, die sie auf einer Schulter tragen, befestigt sind. Sie verkaufen dann Früchte oder Gemüse. Manche von ihnen transportieren ganze Drogerien auf Fahrrädern. Wir haben sogar auch schon ein rollendes Tupper-Waren-Fahrrad gesehen. Ein weiteres hat Besen in allen Variationen getragen. Das wohl wichtigste Transportmittel ist aber wohl das Mottorad. Hiermit werden anscheinend ganze Umzüge bewältigt. Ein Schrank auf einem Motorrad ist jedenfalls keine Seltenheit. Schon auf dem Weg im Minibus hierher haben wir solche Balance-Akte bewundern dürfen. Da war zum Beipiel ein Motorrad, das fünf Schweine (lebende!!!!) und einen Menschen transportiert hat. Auch neun Bierkästen sind keine Seltenheit. Oder ein 170 kg schweres Fass... Oder zwei riesige Säcke voller Wäsche... Echt interessant, in Deutschland fragen wir uns schon, wo wir einen zweiten Rucksack unterbringen sollen... ;-) Überall steht alles voll mit Motorrädern, in vielen Gassen sogar in der zweiten Reihe. Selbst durch die engsten Marktgassen zwängen sie sich noch durch...

Abends werden viele kleine Teebuden aufgebaut, in denen dann sowohl Einheimische als auch Touristen zusammensitzen und das Gewusel auf den Straßen betrachten...

Gegessen haben wir vorgestern und gestern Abend jeweils in vom Lonely Planet vorgeschlagenen Restaurants. Wenn man es in einen der berühmten Reiseführer geschafft hat, hat man wohl auch ausgedient, als Restaurantbesitzer. Das Restaurant gestern (Little Hanoi) hat sich die Empfehlung sogar draußen aufs Schild drucken lassen. Spannend, sehr spannend. Eine der Straßenkücheen auszuprobieren haben wir uns bisher nicht getraut. Irgendwie denkt man gleich an das Fleisch auf dem Markt... Auch wenn es gebraten in den kleinen Küchen immer sehr lecker aussieht und riecht, sind wir da lieber vorsichtig, schließlich haben wir in Thailand und Malaysia schon so unsere Erfahrungen gesammelt... ;-)

Gestern haben wir die Walking Tour dann beendet. Sie führte uns durch viele kleine Straßen des Old Quaters, die sich jeweils auf eine Ware spezialisiert haben: in einer Straße reiht sich ein Seidegeschäft an das andere, in einer anderen Straße kann man so gut wie nur Schuhe kaufen, in noch einer anderen Grabsteine, in einer weiteren Korbwaren... Es gibt auch eine Straße, in der die Geschäfte Schmuck verkaufen und eine andere, in der vorwiegend Metallartikel verkauft werden. Und noch viele weitere Themenstraßen.

Unser Obst haben wir auf einheimischen Märkten gekauft und auch mehr oder weniger erfolgreich gehandelt. Nina hält sich vorwiegend an Bananen und findet den Rest der Früchte eher "litschig" (zusammengesetzt aus Litschi und glitschig, ihr versteht schon... ;-)), obwohl sie manchmal auch von den anderen isst. Wichtig ist nur, dass man sie entweder schälen oder abwaschen kann... Eine der Frauen mit den Körben an der Latte hat Nina plötzlich ihren Hut aufgesetzt und ihre Körbe auf die Schulter gelegt, Nina dachte echt, sie würde jeden Moment unter dem Gewicht zusammenbrechen... Unfassbar, dabei waren die Körbe nicht 'mal halb voll... Und das, obwohl die Vietnamesen so dünn und zerbrechlich aussehen...

Gestern Abend haben wir uns dann eine der berühmten Water Puppet Shows angesehen, wir hatten wirklich Glück, dass wir noch Karten dafür bekommen konnten, weil man die eigentlich immer lange im Voraus bestellen muss. Eigentlich wollte uns die Frau am Ticketstand auch auf heute Abend vertrösten, und dann auch noch auf die allerletzte Show um 21.30 Uhr, aber nach dem dritten Mal nachfragen hatte sie dann doch noch Tickets für gestern Abend um 18.30 Uhr... :-) Zwar in der teureren Kategorie (ca. 2,50 Euro pro Person), aber immerhin! :-) Ach, das war lustig! Die Theaterbühne besteht aus der Kulisse eines Tempels über einem See mit echtem Wasser. Unterhalb des Tempels deuten Strohmatten die verschiedenen Eingänge an, aus denen die Wassermarionetten dann jeweils heraustreten. Sie werden an Schienen geführt und bewegen Arme und Kopf. Eine vietnamesiche Musikgruppe begleitet die kurzen Geschichten jeweils live mit traditionellen Musikinstrumenten und Gesang. Vorgespielt wurden unter anderem typische vietnamesische Szenen des Fischfangs, in denen auch die riesigen See-Schildkröten, Drachen und Enten nicht fehlen durften. Insgesamt eine Stunde dauerte das vielfältige Programm. Die Puppen an sich sind handgefertigt und sehen wirklich toll aus. Ein Besuch war es auf jeden Fall wert!

Heute werden wir wohl noch zum Ho Chi Minh Park fahren und uns dort sein Mausoleum und ein paar weitere Sehenswürdigkeiten ansehen, wenn auch nur von außen, weil sie immer nur früh am Morgen geöffnet sind. Heute Abend fahren wir mit dem Nachtzug nach Sapa zum Trecking. Wir haben einen Schlafzug gebucht und sind schon sehr gespannt. Von den Bildern her ist er vom Comfort her nicht mit dem zu vergleichen, den wir in Thailand hatten, aber das war ja auch nur der allersimpelste... Davon werden wir euch dann aber beim nächsten Mal berichten, jetzt wollen wir erst einmal los.

Unsere Tour nach Sapa und die danach nach Halong Bay haben wir übrigens hier direkt in unserem Hotel gebucht, nachdem wir draußen ein paar Preise verglichen hatten, bekommen wir hier den mittleren gebotenen Comfort noch günstiger als bei den anderen Büros den Standard Comfort. Und wir dürfen zwischen den beiden Touren sogar noch hier im Hotel duschen und werden nach Sapa sogar noch mit einem Minibus vom Bahnhof abgeholt, wurde uns gerade mitgeteilt, obwohl das vorher gar nicht so verabredet war. Aber sie wollen nicht, dass wir früh am Morgen dort alleine unseren Weg finden müssen. Süß, oder? ;-) Jedenfalls sehr, sehr zuvorkommend, da kann man sich überhaupt nicht beschweren! :-) Ein sehr gutes Hotel mit einem super Service, nur zu empfehlen!

Liebe Grüße,
Stefan und Nina

P.S.: Vergesst das mit dem Loskommen, jetzt spielen wir erst 'mal noch schnell Model für die neuen Hotel-Fotos auf der Homepage... Wir wurden eben vom Hotelbesitzer gefragt, ob das ok sei! Wie aufregend, wir haben nämlich eben schon in der Lobby das beeindruckende Equipment der Fotografen bestaunt. So viel Zeit muss sein. Da muss Ho Chi Minh Park einfach noch ein Weilchen warten... ;-)