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Dienstag, 17. August 2010

Nha Trang II - weiter und vor allem tiefer Tauchen









































Liebe Leser,

auch unser dritter Tag in Nha Trang hat damit begonnen, dass wir gegen acht zum Tauchen abgeholt wurden. Diesmal haben wir aber zusammen getaucht, das war Nina lieber, denn heute sollte es auf knapp 30 m runter gehen. Das ist ein Tieftauchgang, der Pflicht ist, wenn man seinen Advanced Open Water macht. Das Boot hat uns also an der Stelle abgesetzt, an der unser Tauchgang beginnen sollte und ist dann noch ein Stück weitergefahren, um an einer seichteren Stelle vor Anker zu gehen. Neben Stef hatten wir diesmal auch noch E dabei, der aus Island kommt und so einen komplizierten Namen hat, dass er nur E genannt wird. Überall waren riesengroße Felsen, zwischen denen wir hindurchtauchen mussten… Die Sicht in der Tiefe war so schlecht, dass die Felsen immer erst vor einem aufgetaucht sind, wenn man quasi schon fast dagegengeschwommen ist. Deshalb mussten wir nah beieinander bleiben. Bei 18 m hat Stef Nina gefragt, ob sie noch weiter runter wolle, denn alles ab 18 m zählt technisch schon als Tieftauchgang und damit als bestanden. 18 m haben sich gar nicht so tief angefühlt, eigentlich war alles wie immer, bis auf die Tatsache, dass man so schlecht sehen konnte und es immer dunkler wurde. Also sind wir weiter runter getaucht und nach ein paar Minuten tauchte plötzlich der Sandboden auf: geschafft! Dadurch, dass wir noch nie sooo eine schlechte Sicht beim Tauchen hatten, war Nina völlig abgelenkt und darauf konzentriert, Stef nicht aus den Augen zu verlieren und womöglich noch gegen einen Felsen zu schwimmen, dass sie gar nicht gemerkt hat, wie schnell das alles ging! ;) Bestanden! Wir haben uns dann in den Sand gesetzt und Stef hat ihr rohes Ei ausgepackt. Das hat sie dann in der Mitte aufgeschlagen und beide Hälften voneinander wegbewegt. Und siehe da: wo man oben noch ein Spiegelei als Resultat erhalten hätte, hatte man da unten, durch den Druck, einen Eigelbball, den man sogar hin- und herschubsen konnte! ;) (Bilder bereits im letzten Nha Trang Post) Was für ein Spaß! Dann hatte Stef noch eine Verschlusskappe mit, deren Farbe Nina identifizieren sollte: braun. Als Stef sie aber mit der Taschenlampe anleuchtete, war sie strahlend rot. Da sieht man, wie sehr die Farben in der Tiefe "verschluckt" werden. Und dann hat sie noch eine Plastikflasche zur Hälfte mit Wasser und zur Hälfte mit Luft gefüllt. Um herauszufinden, ob Nina vielleicht an einem Tiefenrausch leidet, hat sie ihr 1x1-Aufgaben gestellt. Einen Tiefenrausch kann man wohl, haben wir uns sagen lassen, mit dem Zustand vergleichen, in dem man sich befindet, wenn man zu viel Alkohol getrunken hat: man verhält sich völlig idiotisch und kann sich später an so gut wie nichts davon erinnern… Ist aber an sich nichts Schlimmes, man taucht dann einfach wieder ein paar Meter höher und schon wird man wieder normal. Keiner von uns hatte so einen Rausch und nachdem die Fragerunde abgeschlossen war, sind wir noch ein bisschen tauchen gegangen. Je näher wir dem Boot kamen, desto besser wurde auch die Sicht. Wir sind an mit Korallen übersähten Felswänden vorbeigeschwommen und haben viele Fische und die verschiedensten Korallen gesehen. Das war super schön und eine spitzen Belohnung für Nina, die endlich diesen Tieftauchgang hinter sich gebracht hatte. Davor hatte sie nämlich wirklich ganz schön Angst, schließlich steht da ein ganz schön hohes Haus in Form von Wasser auf einem… ;-)

Den zweiten Tauchgang haben wir dann mit E alleine unternommen. Diesmal musste Nina Fische ihren Familien zurodnen und diese dann benennen. Stefan hat die Individuen dann fotografiert. Das war ein Spaß! Einfach tauchen und ab und zu einen Namen auf die Tafel schreiben. Nina hat viele Fische sogar alleine entdeckt und aufgeschrieben, darunter auch eine Art Tintenfisch. Am besten hat ihr der Trompetenfisch gefallen. Auf dem Boot haben bei der Verabschiedung im Hafen dann noch einmal alle gratuliert und geklatscht, da wird man ganz stolz! ;)

Nach dem Tauchen haben wir uns dann im Sailing Club am Strand zwei Liegen gemietet und unter einem Natur-Sonnenschirm am Strand gechillt. Nina war völlig fertig, nach dem Tieftauchgang und brauchte erst einmal ein kleines Nickerchen. Danach haben wir uns mit Stef und den anderen in einer Bar zum Feiern getroffen: eindlich Advanced Open Water Diver! ;) Anna, eine Deutsche, die in China wohnt und am nächsten Tag zum Schnuppertauchen mit aufs Boot kommen wollte, haben wir da auch kennengelernt. Sie ist super interessant und sehr lustig! ;)

Am nächsten Tag hatten wir dann noch zwei Fun Dives. Jetzt, mit dem abgeschlossenen Kurs, durfte Nina auch durch die Felsentunnel tauchen und davon gab es heute viele! Die wurden nur immer enger und man musste schon sehr aufpassen, dass man nicht mit dem Tank hängen blieb, das war vielleicht aufregend!

Beim zweiten und für uns letzten Tauchgang hat dann auch Stefan die beiden Putzerfischchen kennengelernt, die Stef Nina schon beim ersten Tauchgang vorgestellt hatte. Heute waren die beiden viel munterer und haben sogar versucht, Stefans Ohren zu putzen. Da hilft nur eins: Gummiband der Maske über die Ohren… ;-) Die Sicht war absolut phantastisch und hat uns den Abschied noch einmal besonders schwer gemacht.

Mit Anna, die jetzt übrigens auch ihren Schein machen möchte, haben wir uns dann wieder Liegen im Sailing Club am Strand gemietet und den Nachmittag dort verbracht und ganz viel über Reisen in China erfahren. Auf dem Weg ins Sea-Food-Restaurant haben wir noch schnell Ninas vorläufigen Tauchschein bei Stef im Shop abgeholt. Nach dem Restaurant haben wir uns dann in den Schlafbus nach Mui Ne gelegt, aber davon morgen mehr!

Liebe Grüße,

Stefan und Nina

Sonntag, 15. August 2010

Nha Trang I - endlich Tauchen



























Nha Trang ist, wie auch Hoi An, ein kleines Örtchen direkt am Meer. Unser Open Bus hat gegen 6.00 Uhr morgens einfach vor einem Hotel geparkt und nach kurzer Zimmerbegutachtung haben wir uns entschieden, direkt dort zu bleiben. Im Vergleich zu Thailand ist der Standard wirklich um Längen besser, aber dafür sind die Zimmer auch wesentlich teurer. Wobei man ja sagen muss, dass „teuer“ immer noch relativ ist: für ein großes Zimmer mit eigenem Bad, Klimaanlage, Ventilator, Fernseher, Möbeln, Telefon und Kühlschrank zahlt man hier so zwischen 8 und 10 Dollar pro Nacht…

Nach einem kurzen Nickerchen haben wir uns dann auf den Weg zum Sailing Club Dive Center gemacht, um Vic zu finden, die dort Tauchlehrerin ist und uns von unserem ehemaligen Tauchlehrer auf Ko Tao in Thailand empfohlen wurde. Vic musste aber erst ab fünf arbeiten und deshalb haben wir beschlossen, erst einmal die Gegend zu erkunden. Es gibt sehr viele Restaurants und Tauchcenter, in ein paar von denen haben wir uns dann auch gleich beraten lassen, um Preise vergleichen zu können. Nach einem leckeren Essen sind wir bis um kurz vor sieben zurück aufs Zimmer gegangen, weil es angefangen hat, zu regnen. Im Dive Center haben wir dann auch gleich Stef kennen gelernt, die ab dem nächsten Morgen für drei Tage Ninas Tauchlehrerin war. Nina hat nämlich endlich ihren PADI Advanced Open Water Tauchschein (Fortgeschrittenenkurs) gemacht. Das wollte sie ja eigentlich schon letztes Jahr mit Stefan zusammen auf Ko Tao machen, aber dann hat sie ja einen Schnupfen bekommen und Stefan musste alleine ran… Aber jetzt war sie fit, also nichts wie ran an den Kurs und die damit verbundenen Hausaufgaben für den nächsten Tag… Am Morgen wurden wir dann gegen acht direkt am Hotel abgeholt und zum Hafen gebracht. Da haben wir dann auch den Rest des Tauchteams kennengelernt. Nina hatte eine „eins zu eins-Betreuung“, während Stefan einen Tauchbuddy zugeteilt bekam und die beiden dann mit einem Dive Master, der das Gebiet kennt, auf die Fische losgelassen wurden. Nina musste ungefähr fünf Minuten Widerholungsaufgaben unter Wasser machen, bevor es auch bei ihr richtig losging. Zuerst zu den Putzerfischchen. Die gehören zu den Wrassen und reinigen andere Fische, oder auch, wahlweise, Menschen… ;-) Nach kurzer Überwindungszeit hat sich dann auch Nina getraut, Stefs Beispiel zu folgen und ihre Hand auszustrecken. Den Regulator aus dem Mund zu nehmen und sich von den Fischchen die Zähne putzen zu lassen, ging ihr dann aber doch entschieden zu weit, für’s erste Date… ;-) Soooo viele Fische!!!! Und so viele Korallen!!!! Und so viele Farben!!!!
Nach einem leckeren Mittagessen an Board ging es dann auf zum nächsten Tauchgang. Und dann: eine Schildkröte!!!! Alle in heller Aufregung und am liebsten wollen alle gleich hinterher! Eric ist der einzige mit Kamera und kriegt tatsächlich ein ganz gutes Bild hin! ;) Die Schildkröte hat sich gar nicht von so vielen Tauchern beirren lassen und ist einfach ganz gemächlich dahingeschwommen. Das war ein Erlebnis! Dann hat sie sogar noch angefangen, zu fressen, was für ein Bild! ;) Das war wirklich schön. Sie hat sich mit solch einer Anmut durchs Wasser bewegt, am liebsten wäre Nina glatt nur noch hinterher geschwommen, von ihr aus auch bis nach Australien… ;) Aber sie musste ja noch ihre Aufgaben für den Tauchkurs erfüllen: durch Ringe schwimmen, zum Beispiel, und sich auf den Kopf stellen, das war alles gar nicht so einfach, man muss seine Atmung dafür schon richtig unter Kontrolle haben… Hat aber auch sehr viel Spaß gemacht!
Zurück am Dive Shop haben wir dann weitere Easy Rider kennengelernt und ihnen einen Text einer etwa 40-jährigen Deutschen übersetzt, die eine Tour mit ihnen gemacht und auf deutsch in das Büchlein geschrieben hat. Der Easy Rider war sehr beeindruckt und fast gerührt, über die vielen Anekdoten und das viele Lob, das die „German Lady“ für ihn übrig hatte, aber leider nicht selbst für ihn übersetzen konnte…
Dann haben wir uns noch jeder eine Sonnenbrille von einer fliegenden Händlerin gekauft, die versprochen hat, uns am nächsten Tag genau da wiederzutreffen, um die von Nina gekaufte, aber leider angeschrabbte Sonnenbrille gegen eine gleiche, aber nichtverkratzte Brille einzutauschen.
Wir haben uns dann in ein Restaurant gesetzt und lecker zu Mittag gegessen. Und plötzlich: die Sonnenbrillenverkäuferin steht an unserem Tisch und packt eine niegelnagelneue und unverkratzte Brille aus (gleiches Modell). ;) Cool, oder?! Unfassbar!
Am Nachmittag haben wir uns dann mit Eric vorm Shop getroffen, um das Schildkrötenbild abzuholen und sind dann zurück ins Hotel gegangen: Hausaufgaben machen und Blog schreiben…
Am nächsten Morgen wurden wir dann wieder pünktlich um kurz vor acht zum Tauchen abgeholt. Für Nina standen „Navigation unter Wasser“ und „Suchen und Bergen“ auf dem Programm. Bei der Navigation unter Wasser (erster Tauchgang) musste sie mit einem Kompass navigieren, aber das war gar nicht so schwer, wie es sich jetzt vielleicht anhören mag. Beim zweiten Tauchgang musste sie dann mit verschiedenen Suchmustern „verlorengegangene“ Gegenstände wiederfinden (Stef hat unterwegs einfach Dinge versteckt bzw. fallen lassen). Was für ein Spaß! Blinde Kuh unter Wasser, jedenfalls kam es Stef und Nina so vor, weil ausgerechnet an diesem Tag die Sicht gar nicht gut war… ;-) Passt ja zum Suchen und Finden… ;-) Es wurde aber alles wiedergefunden, ordentlich mit den entsprechenden Knoten an dem Bergungssack befestig und dann mit Hilfe von Luft aus der Pressluftflasche an die Oberfläche gebracht. Das hat super viel Spaß gemacht!!!
Stefan ist währenddessen mit Tri und der Kamera unterwegs gewesen. Tri ist ein echter Unterwasserfotofreak und konnte Stefan echt was bieten!
Insgesamt hatten wir also einen sehr schönen Tauchvormittag. Am Nachmittag sind wir dann ins Schlammbad gefahren. Wie ihr den Fotos entnehmen könnt, hatten wir auch da super viel Spaß, neben sehr viel Entspannung, natürlich… ;-) Zuerst musste man sich mit heißem Salzmineralienwasser abduschen, dann in die Schlammbadewanne, danach dann wieder mit Mineralienwasser abduschen und dann in heißem Mineralienwasser baden. Soooo schön entspannend, das hatten wir uns echt verdient… ;-) Nach den Anwendungen durfte man sich dann noch in den öffentlichen Mineralienbecken aufhalten, solange man wollte. Davon gab es sowohl heiße als auch kalte.
Zurück im Hotel hat Nina dann noch schnell ihre Hausaufgaben erledigt und Stefan seine Tauchbilder gesichert und vor allem staunend begutachtet.

Insgesamt ein suuuuuper schöner und interessanter Tag.

Morgen dann mehr zu den restlichen zwei Tagen in Nha Trang, schlaft gut,
Stefan und Nina!